Spatenstich biolog GmbH

01.09.2008

Die biolog GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Stadt Darmstadt – EAD -, der Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co KG und der Jakob Becker Entsorgungs GmbH. Die Gesellschafteranteile betragen jeweils ein Drittel und jeder Gesellschafter stellt einen Geschäftsführer: Wolfgang Krause (EAD), Markus Patsch (Meinhardt) und Matthias Lettermann (Becker). Schwerpunkt der im April 2008 neu gegründeten Gesellschaft ist die Einsammlung und Aufbereitung verwertbarer überlagerter Lebensmittel und Speisereste jeglicher Art und jeglicher Herkunft.

Die Bauarbeiten zur Errichtung der biolog-Anlage beginnen mit dem Spatenstich durch Büttelborns Bürgermeister Horst Gölzenleuchter und Vertretern der drei beteiligten Gesellschafter, der Riedwerke und der AWS am 17. September 2008. Errichtet wird eine ca. 1.300 qm große Halle, in der die Anlieferung und die Verarbeitungsprozesse stattfinden. Der nach EU Hygieneverordnung zugelassene Betrieb unterliegt zum Schutz vor der Verbreitung von Seuchenerregern strengen Hygieneanforderungen. Die Abfälle werden in lecksicheren, etikettierten Gefäßen unter Mitführung eines Handelspapieres angeliefert und in eine Bodenwanne entleert. Danach müssen die Behältnisse sofort gewaschen und desinfiziert werden, bevor sie beim Kunden wieder zum Einsatz kommen. Förderschnecken aus Edelstahl entnehmen das Material aus der Bodenwanne und transportieren es über eine Edelstahl-Steigschnecke in eine Hammermühle. Hier werden die Verpackungen vom Inhalt getrennt und das Material auf eine definierte Korngröße zerkleinert. Die Verpackungen werden nochmals ausgepresst und später in einer anderen Entsorgungsanlage energetisch verwertet. Die aufbereiteten Lebensmittel gelangen in der biolog-Anlage zur Hygienisierung durch Erhitzung auf mindestens 70 Grad. Eine volle Stunde lang wird diese Temperatur zur sicheren Abtötung aller möglichen Krankheitserreger konstant gehalten. Anschließend wandert das Material in Nachlagertanks, wird von dort in Tankwagen abgefüllt und zur Verwertung zu Biogas- oder Kläranlagen in der Region gebracht.

Die Anlage der biolog soll bereits Anfang 2009 in Betrieb gehen und ist auf eine Jahreskapazität von 18.250 Tonnen Material ausgelegt (Kategorie 3 nach EU-Hygieneverordnung). Das Rhein-Main-Gebiet, der Raum Rhein-Neckar und Rheinland-Pfalz zählen zu den avisierten Einzugsgebieten. Drei Mitarbeiter sorgen in der biolog-Anlage für den ordnungsgemäßen Betrieb. Die technische Betriebsführung liegt bei der AWS (Abfall-Wirtschaftszentrum Südhessen GmbH), während der EAD die kaufmännische Betriebsführung leistet.

Die Geschäftsführer blicken voller Optimismus auf ihre neue Anlage. Wolfgang Krause: „Die biolog eröffnet erweiterte, wirtschaftliche Möglichkeiten für eine hochwertige und sichere Verwertung von Abfällen, die seit der BSE-Krise als besonderes Gefährdungspotential gesehen werden und daher heute nur noch von speziell hierfür qualifizierten Betrieben behandelt werden dürfen.“ Markus Patsch ergänzt: „Wir sind ständig bemüht, unseren Kunden die besten Entsorgungswege zu bieten und besetzen mit dieser neuen Anlage eine weitere Nische.“ Matthias Lettermann betont die Chancen der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem EAD und Meinhardt als kompetente Partner, die strategisch die gleichen Ziele verfolgen und sich daher bestens ergänzen.

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