Notabriss an der B 170 in Schmiedeberg

24.06.2009

Das ehemalige Verwaltungsgebäude des VEB „Ferdinand Kunert“ in Schmiedeberg droht auf die B 170 zu stürzen. Diese Alarmmeldung hat gestern Nachmittag ein Bausachverständiger gegeben. Danach ist die Straße gesperrt worden. Die Firma Becker hat als Notsicherung am Abend das Dach und Teile der Fassade abgerissen.

Das Gebäude war schon am Sonnabend teilweise eingestürzt. Zwei Decken sind heruntergekommen, wie Heiko Franz informierte. Er ist Geschäftsführer der Formtec Gießereianlagen Gmbh, der das leer stehende Gebäude gehört. Gestern haben Baugutachter im Auftrag des Landratsamts das Bauwerk untersucht und Alarm gegeben.

Das Dach ist ebenfalls nicht mehr stabil. Wenn es zusammenbricht, würde es die Wände des Hauses nach außen drücken. Die Vorderwand gefährdet dann Autos auf der B 170. Also ordnet das Landratsamt eine Notmaßnahme an. Die Polizei sperrt die Straße und leitet die Autos durch das Pöbeltal. Ein Abrissbagger wird aus Langenau nach Schmiedeberg beordert. Die Feuerwehr organisiert die Sicherung der Arbeiten und leuchtet die Baustelle aus. Der Notabriss dauert bei Redaktionsschluss noch an.

Pläne für die Neugestaltung

„Wir wollen die alten Gebäude schon seit Jahren wegreißen“, sagt Heiko Franz. „Immer wieder haben wir mit der Gemeinde Fördermittel beantragt, aber bisher nie bekommen.“ Nicht nur die alte Verwaltung soll weggerissen werden, auch ein ehemaliges Wohnhaus, die frühere Trafostation und die lange Produktionshalle, die sich ebenfalls an der B 170 entlang zieht. 360.000 Euro haben Formtec und Schmiedeberg dafür beantragt.

Nach dem Notabriss gestern will Formtec gerne Nägel mit Köpfen machen. Voraussetzung dafür sind aber weiterhin die Fördergelder. Im Frühjahr haben die Schmiedeberger diese wieder beantragt. „Das Ingenieurbüro Ruhsam und Ullrich hat für uns auch schon ein Projekt ausgearbeitet, wie dann das Firmengelände aussehen soll mit einer neu gestalteten Fassade und Stellplätzen anstelle der jetzigen Gebäude“, sagt Heiko Franz.

Gestern sehen von der anderen Straßenseite eine Reihe Schmiedeberger der Aktion zu. Die Älteren unter ihnen kennen das Gebäude noch aus ihrem Arbeitsleben. Walter Sonntag erinnert sich: „Bis Ende der 1960er-Jahre war dort der Speisesaal. Dort sind wir öfter tanzen gegangen.“ Manfred Erthel zeigt auf ein großes Fenster: „Dort habe ich von 1964 bis in die 1970er-Jahre als Leiter Transport gearbeitet.“ Peter Grahl weiß noch aus seiner Lehrzeit, wie er in dem Verwaltungsgebäude von 1959 bis 1961 Berufsschulunterricht hatte.

Quellenangabe:

Sächsische Zeitung - Lokalausgabe Dippoldiswalde
Mittwoch, 24. Juni 2009
Link zum Originalbericht hier.

Bericht als PDF hier.

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