Die Jakob Becker GmbH & Co. KG besteht seit 110 Jahren

01.10.2008

Es begann am 24. März 1898 mit dem „Vertrag über die Abfuhr des Hausunrats in der Stadt Kaiserslautern". Damit wurde der Grundstein gelegt für den heute europaweit tätigen Entsorgungsfachbetrieb Jakob Becker GmbH & Co. KG mit Stammsitz in Mehlingen. Am Donnerstag feierte die Geschäftsführende Gesellschafterin Annemarie Becker das 110-jährige Bestehen der Firma mit ihren Mitarbeitern.

Auf dem Gelände in der Mehlinger Firmenzentrale wurde dafür ein Festzelt aufgestellt, Musik, eine Tombola und Überraschungsgäste komplettierten die Feier. Zum Jubiläum wurden 110 Karten für ein Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern an Jugendmannschaften oder Schulklassen verlost.

Annemarie Becker berichtet von den Anfängen ihres Unternehmens: „Früher war unsere Familie in der Landwirtschaft tätig." Als Zusatzverdienst seien Dinge per Pferdefuhrwerk transportiert worden. „Unter anderem wurde so die Müllabfuhr in Kaiserslautern organisiert." Daher war der ursprüngliche Standort der Firma in der Stadt, ehe 1963 der Umzug nach Mehlingen folgte.

Dort agiert der Ausbildungsbetrieb heute auf einem rund zehn Hektar großen Gelände. In der Region um den Stammsitz machen rund 25 Lehrlinge ihre Ausbildung. In Mehlingen befindet sich die zentrale Verwaltung und Lkw-Werkstatt, eine Papiersortieranlage, ein Sonderabfallzwischenlager, eine Grünabfallkompostierung sowie eine Elektroschrott-, Bauschutt- und Glasaufbereitungsanlage.

Neben Standorten in Rheinland-Pfalz, Saarland, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Berlin, Nordbaden und Südhessen gibt es Firmenniederlassungen in Österreich, Italien, Tschechien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Polen, Weißrussland und Litauen. 31 zur Firmengruppe Jakob Becker gehörende Betriebe arbeiten an 58 Standorten. Knapp 2000 Mitarbeiter hat der Betrieb, rund 650 Lastwagen gehören zum Fuhrpark.

Die Ausdehnung in osteuropäische Staaten begründet Thomas Pfaff, der mit Annemarie Becker und deren Sohn Thomas die Geschäftsführung bildet, mit der Erweiterung der Europäischen Union: „Es sind neu in die EU aufgenommene Staaten oder Staaten, die an der Schwelle zum EU-Beitritt stehen. Die müssen Auflagen in Sachen Umwelt erfüllen. Das sind für uns Wachstumsmärkte."

Die Angebotspalette des Betriebs ist vielfältig: Müll einsammeln, sortieren, aufbereiten und an die Industrie zurückgeben. Beispielsweise werden bei Jakob Becker Pflanzkübel, Parkbänke und Lärmschutzwände aus Altkunststoff hergestellt. Aber auch Metalle und mineralische Abfälle können wiederverwertet werden.

Annemarie Becker betont: „Bis auf Atommüll können wir eigentlich alles entsorgen." Die Firma Jakob Becker arbeitet, so Pfaff, „intensiv mit Gewerbe und Industrie zusammen", unter anderem mit der BASF, Daimler und mehreren Discounter-Ketten. In der Industrie werden produktionsspezifische Abfälle entsorgt, bei den Supermärkten Verpackungsmüll. Jeweils ungefähr ein Drittel der Entsorgungsarbeit bei Jakob Becker entfalle auf Hausmüll, Verpackungsabfälle und gewerblichen Müll.

Angeboten werden noch weitere Dienstleistungen. Die Firma Becker reinigt beispielsweise das Lauterer Fritz-Walter-Stadion. Auch Kanalreinigung, -untersuchung und -sanierung sowie Straßenreinigung und Winterdienst auf den Straßen kann der Betrieb leisten.

In den vergangenen zehn Jahren seit dem groß gefeierten 100. Firmenjubiläum habe sich, so Pfaff, in der Entsorgungsbranche einiges getan: „Finanzinvestoren sind vermehrt eingestiegen." Sie kauften Firmen mit dem Ziel, über Einsparungen und Arbeitsplatzabbau so viel Geld wie möglich herauszuziehen, bevor die Betriebe weiterverkauft würden. Auch bei Jakob Becker hätten mehrfach Investoren angefragt. „Das kommt für uns aber nicht in Frage", stellt Annemarie Becker klar.

Pfaff ergänzt: „Wir sind als Unternehmen hier verwurzelt und wollen mit unserer Arbeit die Region stärken."

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