Abschied in Raten von alter Günzelschule

17.02.2010

Freiberg. Die Tage der Freiberger Günzelschule sind gezählt. Unterricht fand dort das letzte Mal vor den zurückliegenden Sommerferien statt. Seitdem stand das Schulhaus leer. Am Mittwoch nun rückte der erste Bagger an der Einrichtung im Wohngebiet Seilerberg an. Nachdem in den vergangenen Wochen bereits im Innern entkernt wurde, Türen und Fußbodenbeläge aufgeschichtet vor dem Gebäude liegen, geht es ab morgen der obersten Etage an den Kragen.

Dazu wird heute noch ein 50 Tonnen schwerer Bagger erwartet, der am Mittwoch wegen Schneeverwehungen nicht aus seinem bisherigen Einsatzort in Thum kommen konnte, wie Walter Gutmann vom Hochbauamt der Stadtverwaltung schildert und auf einen neuen "Fahrplan" warten musste. Die Innenausstattung der noch bis Oktober vergangenen Jahres genutzten Turnhalle ist ebenfalls nur noch in Fragmenten vorhanden. Auch dieses Gebäude verschwindet in der nächsten Woche.

Trotz der wetterbedingten Verzögerung steht für Freibergs Finanzbürgermeister Sven Krüger fest: "Jetzt gibt es kein Zurück mehr". Er verteidigt den "dringend benötigten Neubau" an dieser Stelle. Und das, obwohl erst Anfang des Monats bekannt geworden war, dass keine Fördermittel dafür fließen. Die Stadt hatte einen Antrag auf Unterstützung in Höhe von 1,6 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket gestellt. Die bereitgestellten Mittel waren aber hoffnungslos überzogen, sodass Freiberg keine Chance auf Bewilligung hatte.

Vorsorglich jedoch waren im Stadthaushalt reichlich fünf Millionen Euro für den zweijährigen Bau eingestellt. Noch kann die Stadt von einem Finanzpuffer zehren. Allerdings dürfte dieser Schulbau mit das vorerst letzte große Projekt in Freiberg sein. Der aber sei dringend nötig, weil das alte Gebäude schon längst nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entspricht, verteidigt Krüger das Vorhaben.

Zum Schuljahr 2011/12 sollen die Mädchen und Jungen, die derzeit das einstige Rüleingymnasium nutzen, zurückkommen. Dann steht an dem Platz, wo sich jetzt die Bagger voranarbeiten, ein neues Haus. Mit in die neue Günzelschule ziehen die Zuger Grundschüler, deren Haus geschlossen wird.

Die 16 Firmenangebote für den Neubau sollen laut Krüger in den nächsten Wochen durchgesehen und vorberaten werden, damit eine Vorlage für den Baubeschluss entstehen kann. Einen Beschluss aber gibt es frühestens im Mai-Stadtrat. Sofort kann es selbst dann noch nicht losgehen. Es schließen sich Planungen an. Optimistisch gerechnet, könnte Ende Juni der Grundstein für das neue Schulhaus gelegt werden.

Von Gabriele Fleischer
Erschienen am 17.02.2010
Freie Presse - Freiburger Zeitung

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